Archiv der Kategorie: Mineralien

Calcium und Magnesium – getrennt oder gemeinsam zuführen?

Seit vielen Jahren kommt immer wieder die Frage: „Soll ich jetzt Calcium/Magnesium alleine für sich nehmen oder darf es auch die Kombination sein?“ Meine häufige Gegenfrage lautet dann: „Wie kennen Sie es denn aus den Lebensmitteln, die Sie essen?“ Aus der Natur also.

Und richtig, in Lebensmitteln sind Calcium und Magnesium immer vergesellschaftet vorhanden. Zwar in unterschiedlichen Verhältnissen, aber immer zusammen. Beispiel: Die „calciumreiche“ Milch hat ein Verhältnis von Calcium zu Magnesium von ca. 10 zu 1. Die Aprikose dagegen eins von annähernd 2 : 1, die Birne eines von 1 : 1, die Banane gar eins von 1 : 3.

Was ist jetzt besser? Das kommt auf die eigene physiologische Ausgangslage an. Gemessen an dem normalen Bedarfsverhältnis von 2,5 – 3 : 1 (Calcium zu Magnesium) wäre ein Verhältnis darüber (z.B. Milch, siehe oben) empfehlenswert zur Calcium-Zufuhr, weniger gut zur Magnesium-Zufuhr. Und das, obwohl 1 l Milch auch 120 mg Magnesium enthält, und das ist immerhin ein Drittel des Tagesbedarfes.

Da es bei der Ernährung auch nicht gut ist, sich nur von einem – wenn auch an sich gesundem – Lebensmittel zu ernähren (das wäre einseitig!), muss streng genommen die Tagesbilanz betrachtet werden, oder besser noch die Bilanz einer Mahlzeit.

Birnen, Litchis oder Mirabellen enthalten in 100 g jeweils ca.  10 mg Calcium wie Magnesium (es kommt bei dieser Betrachtung nicht auf einzelne mg mehr oder weniger an). Wenn ich also 100 g verzehrbare Birnenmasse in 100 g Joghurt (120 mg Calcium, 12 mg Magnesium) einrühre, passe ich durch die Kombination das Ca-Mg-Verhältnis dem physiologischem Bedarfsverhältnis an.

Die Empfehlung, Calcium und Magnesium getrennt zuzuführen, leitet sich ab aus Rattenversuchen aus den achtziger Jahren, die sich auf den Menschen nicht übertragen lassen. (Aus obiger Betrachtung wäre es auch gar nicht sinnvoll !) Dennoch hält sich diese Meinung hartnäckig, und man könnte meinen, sie diente einigen Herstellern von Arzneimitteln bei der Zulassung ihrer Einzelpräparate.

Inzwischen gibt es sogar Erkenntnisse, dass Einzelpräparate einige Risiken in sich tragen, die für Kombinationen nicht gelten. So kann extreme Calciumzufuhr (ohne Magnesium!) das Risiko eines Herzinfarktes erhöhen, was absolut logisch ist. Jeder Muskel – erst recht der Herzmuskel – braucht Calcium zur Anspannung des Muskels und zur Befestigung der Aktinfasern, und es kann nur durch den Gegenspieler Magnesium von diesen Positionen verdrängt werden. Und dies ist notwendig zur Entspannung des Muskels! Ein Herzmuskel, der aus bestimmten Voraussetzungen sowieso eher zum Herzinfarkt neigt, wird durch massive Calciumbeladung also zusätzlich belastet!

Wenn es darauf ankommt, diese Mineralien im richtigen Verhältnis, aber konzentriert (d. h. nahe am Tagesbedarf) anzubieten, sollte man die richtigen Nahrungsergänzungen auswählen. Schauen Sie sich mal Dr. Kreys Purgelatin an! Zusätzlich enthaltenes Vitamin D verbessert sowohl Calcium- wie auch Magnesium-Aufnahme.

Ach ja, Calciummangelzustände sind z.B. Osteoporose, Arthrose, meist auch Allergien. Magnesiummangel liegt vor bei Muskelkrämpfen, häufig auch bei Bluthochdruck. Haben Sie weitere Fragen? Antworten Sie mir!

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Ein bisschen konzentriert darf es ruhig sein … – gesunde Ernährung für Senioren

Neulich habe ich ein Kurz-Video zu gesunder Ernährung für Senioren gesehen. Da hieß es, Senioren hätten häufig wenig Hunger, weil sie sich weniger bewegten und der Stoffwechsel sowieso nicht mehr so flott laufe.

Was dann alles als gesund und richtig aufgetischt wurde, hat mich dann doch sehr erstaunt. 750 g Obst und Gemüse – halt 5 Hände voll, kennt man ja. Aber zusätzlich noch Brot und Milchprodukte, ab und zu Fleisch und Fisch, aber letztere höchstens 2 bis 3 mal pro Woche, hieß es. Dazu noch Eier, Hülsenfrüchte und Kartoffeln (nein, die zählen nicht zum Gemüse!). 0,8 g Eiweiß pro kg Körpergewicht und pro Tag empfehle die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Für einen 60 kg schweren Senioren wären das zwischen 60 und 75 g Eiweiß pro Tag, rechnete ein promovierter Apotheker vor. Zum ganzen sei dann noch unbedingt genug zu trinken, und es wurden zwei Flaschen Sprudelwasser gezeigt.

Zum einen habe ich mir gedacht: viel Rohkost, viel Sprudel und frisches Brot, dazu wenig Bewegung – da würde ich mich fühlen wie ein Gärballon.

Zum anderen habe ich mal gerechnet. Wenn auch die Empfehlungen (auch die der Deutschen Gesellschaft für Ernährung) alles Schätzungen sind, so sollte man doch mit den geschätzten Werten wenigstens richtig rechnen.

60 kg Körpergewicht multipliziert mit 0,8 g Eiweiß pro kg Körpergewicht macht 48 g Eiweiß pro Tag. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sagt auch, dass 0,3 g Eiweiß pro kg Körpergewicht – und zwar optimal zusammengesetzt von der Aminosäure-Zusammensetzung – das absolut Mindeste ist, was ein Erwachsener an Protein (=Eiweiß) pro Tag braucht. Der Sprung von 0,3 auf 0,8 g ist schon mit einem Sicherheitsfaktor von über 2,5 belegt! Wie kommen die dann auf maximal 75 g?

Wenn ich mir dann ein Altenheim vorstelle, wie dort die Portion eines Seniorentellers aussieht und wieviel nach dem Mahl darauf noch liegen geblieben ist, kann ich schwerlich glauben, dass das, was uns da der Apotheker im Video alles auftischte, wirklich lebensnah ist.

Natürlich haben alte Menschen weniger Hunger, natürlich bewegen sich Senioren meist zu wenig. Auch ist es leider so, dass der Darm älterer Menschen nicht mehr so gut aufnimmt. Auch ist es so, dass die meisten Senioren zu wenig trinken. (Und gerade werden die durchaus sinnvollen Kräutertees momentan so negativ in der Presse dargestellt, dass man meinen könnte, das hat System.)

Was spricht in aufgezeigten Fällen dagegen, die wirklich wichtigen Stoffe gezielt in konzentrierterer Form zu sich zu nehmen? Es müssen ja nicht gleich Kapseln und Tabletten sein.

Meiner Meinung nach kann man für die Darmarbeit ruhig mal ballaststoffreichere Produkte hinzuziehen. Für die Zufuhr von mehrfach ungesättigten Fettsäuren braucht es gar besonderer Konzepte. Sie kam wohl deshalb im Video auch gar nicht vor. Dabei sind diese für Senioren besonders wichtig, weil selbst die Deutsche Gesellschaft für Ernährung findet, dass zum Beispiel Omega-3-Fettsäuren (eine Gruppe der mehrfach ungesättigten Fettsäuren) antioxidativ und antientzündlich wirken. Aber Entzündungen kennen Senioren gar nicht, oder etwa doch?