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Vitamin D und ein Platz an der Sonne

Lange hat es geheißen, Vitamin D ist gefährlich, weil es überdosiert werden kann und sich im Fettgewebe anreichert. Da sei es doch besser, sich regelmäßig täglich eine Weile draußen unter freien Himmel aufzuhalten. Denn mittels des UV-Anteils im Tageslicht kann unser Körper Vitamin D selbst bilden. So wurden nach und nach die Zufuhrempfehlungen nach unten „korrigiert“, bis man bei 5 µg (= 200 i.E.) Vitamin D pro Tag für einen Erwachsenen angekommen war.

Irgendwann wurde dann auch das Sonnenlicht gefährlich, weil es als Risikofaktor für das Melanom (schwarzer Hautkrebs) erkannt wurde. Und in diese Risikoempfehlung wurde das Basaliom (weißer Hautkrebs) gleich mit einbezogen.

Ziemlich lange hat es gedauert, bis so manche Fehleinschätzung korrigiert wurde. Manche Anbieter von Sonnenschutz argumentieren immer noch mit den alten (falschen!) Argumenten.

Für das Basaliom hat man ein deutlich höheres Risiko, wenn man sich besonders häufig in Räumen aufhält und sich dann bei wenigen „Sonnenbädern“ gleich einen Sonnenbrand holt. Das Risiko für jede Art von Hautkrebs scheint mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel zu korrelieren. D.h., das beim Sonnenbad gebildete Vitamin D ist gewissermaßen ein Schutzfaktor gegen den durch die UV-Strahlung geförderten Hautkrebs. Erst langsam rudert man zurück, man brauche in Wirklichkeit ja doch höhere Spiegel an Vitamin D.

Dann die Erkenntnis, in Deutschland ist der Einstrahlungswinkel der Sonne im Winterhalbjahr viel zu gering, als dass noch genügend UV-Strahlung zur Vitamin-D-Bildung zur Verfügung stehe. Also leben wir im Winter von den Reserven, die unser Körper in den Sommermonaten gebildet      …    haben sollte. Kein Wunder, dass es also an allen Ecken und Enden nicht reicht.

Sind sich die Experten eigentlich darüber im klaren, wieviel Leid sie mit den falschen Empfehlungen auslösen? Und das da was nicht stimmen konnte, hätte man doch schon an der Schwangerenempfehlung ableiten müssen. Wieso hat man einer Schwangeren 10 µg (=400 i.E.) empfohlen, obwohl man sie damit dem doppelten „Risiko“ aussetzte (gegenüber der sonst geltenden Erwachsenenempfehlung)? In der Schwangerschaft ist doch sonst alles verboten, was nur den Hauch eines Risikos umfasst.

Liebe Verbraucher, meidet die Extreme und habt den Mut, euch des eigenen Verstandes zu bedienen, um es mit den Worten Senecas zu sagen. Neuerdings gehen die Empfehlungen für Vitamin D schon in exorbitant hohe Zufuhrmengen und damit in das andere Extrem. Wer spielt hier eigentlich Ping Pong?

 

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